Was die Geländeform über Abfluss verrät
Die Richtung des Gefälles ist ein Ausgangspunkt, um mögliche Wasserwege zu verstehen. Mulden und tief liegende Bereiche können topografisch auffällig sein. Ob dort bei einem bestimmten Regen tatsächlich Wasser steht oder fließt, hängt von weiteren Einflüssen ab: etwa Boden, befestigten Flächen, Abflusshindernissen und Entwässerung.
Terraincheck verwendet das amtliche DGM1 des LGL Baden-Württemberg. Es beschreibt die Geländeoberfläche in einem Raster von einem Meter. Aus diesen Höhen berechnet die Vorschau Fließrichtungen und lokale Konzentrationen. Die schematische Darstellung auf dieser Seite erklärt diese Begriffe; sie zeigt kein untersuchtes Grundstück.
Fließwege, Fließakkumulation und Senken lesen
Eine blaue Fließlinie markiert einen berechneten Weg durch das Geländemodell. Das verwendete D8-Verfahren weist einer Rasterzelle eine Fließrichtung zu einer ihrer acht Nachbarzellen zu. Der tatsächliche Abfluss kann durch Mauern, Gräben, Durchlässe oder Kanalisation davon abweichen.
Fließakkumulation zählt die im Ausschnitt beitragenden Rasterzellen. Ein hoher Wert weist auf eine topografische Konzentration hin. Er ist keine Wassermenge, keine Abflussgeschwindigkeit und keine Wahrscheinlichkeit für einen Schaden.
Eine Geländesenke wird aus der Differenz zwischen dem ursprünglichen und einem hydrologisch aufbereiteten Modell abgeleitet. Ihre relative Tiefe beschreibt diese Modelländerung. Sie ist keine vorhergesagte Überflutungstiefe.
Wasserwege enden nicht an der Grundstücksgrenze
Für die örtliche Betrachtung ist das Umfeld wichtig. Ein möglicher Fließweg kann oberhalb Ihres Grundstücks beginnen und unterhalb weiterlaufen. Terraincheck betrachtet deshalb einen begrenzten Puffer um das Flurstück.
Berührt ein berechnetes Einzugsgebiet den Ausschnittrand, sind weitere Zuflüsse von außerhalb unbekannt. Auch ein innerhalb des Ausschnitts als vollständig markiertes Ergebnis bestätigt keine hydrologische Vollständigkeit außerhalb des untersuchten Gebiets. Ein D8-Randübertritt bezeichnet eine Modellgrenze und keinen tatsächlich vorhandenen Abfluss oder Drainageauslass.
Diese Beobachtungen helfen beim Ortstermin
Vergleichen Sie die Karte mit dem tatsächlichen Gelände. Halten Sie beobachtete Wasserwege und Veränderungen nach Regen mit Zeitpunkt und Foto fest. Eine einzelne trockene Besichtigung kann einen zeitweise auftretenden Abfluss nicht ausschließen.
- Passen sichtbare Rinnen und Geländekanten zum berechneten Gefälle?
- Wo liegen Mauern, Bordsteine, Zufahrten, Gräben und erkennbare Entwässerungseinrichtungen?
- Welche Bereiche werden nach Regen nass, und wie lange bleibt die Vernässung sichtbar?
- Gab es Erdarbeiten oder neue Befestigungen nach dem Aufnahmezeitpunkt des Geländemodells?
Amtliche Gefahrenkarten zusätzlich prüfen
Für Starkregen- und Hochwasserfragen helfen die zuständigen offiziellen Karten und Hinweise. Sie beantworten andere Fragen als eine reine Auswertung der Geländeform. Lesen Sie deren Szenarien, Datenstand und Nutzungshinweise.
Wenn wiederholt Wasser an Gebäuden auftritt oder eine bauliche Maßnahme geplant ist, sollte ein geeigneter Fachbetrieb die Situation vor Ort beurteilen. Terraincheck vermittelt derzeit keine Anfragen und bemisst keine Drainage.
Häufige Fragen
Zeigt Terraincheck, wie hoch Wasser bei Starkregen steht?
Nein. Terraincheck berechnet topografische Indikatoren ohne Niederschlagssimulation. Relative Senkentiefen sind keine tatsächlichen oder vorhergesagten Wasserstände.
Kann die Karte eine vorhandene Drainage erkennen?
Unterirdische Drainagen werden nicht erfasst. Auch die hydraulische Wirkung sichtbarer Einrichtungen wird nicht automatisch modelliert.
Ist eine Fläche ohne blaue Linie vor Wasser geschützt?
Aus einer fehlenden Fließlinie lässt sich keine Sicherheit ableiten. Die Darstellung hängt vom Modell, Ausschnitt und den Darstellungsparametern ab. Weitere Ursachen für Vernässung werden nicht berechnet.
Redaktion: Terraincheck · Stand: 6. November 2026. Grundlagen und Datenherkunft: Methodik · Quellenregister.
Die Vorschau ist eine topografische Orientierung. Für Planung, Bemessung und eine Bewertung vor Ort benötigen Sie entsprechende Fachleute.